Das Zittern bleibt

•7. Mai 2015 • 1 Kommentar

Ein Lungenzug in bitterer Trauer

Das Zittern bleibt

Schon scharrt der Huf des Pan,

bocksgebeinter Feind in ihm

Sein Lachen schrill –

für andere still,

sein Hut hinweg gefegt vom Sturm

 

Am Binnenstrand, er jäh erwacht,

in Wehen Leid gebiert und wo

kein Meeresrauschen lacht

Dort liefern Tränenströme Sediment

für das Glück

in einer fernen Welt

Heilt Zeit?

Rauch spiralt und spielt

im Wind und schweigt

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Patt

•7. Mai 2015 • Schreibe einen Kommentar

Feuer brennt hinter den Lidern

Perlen fliehen aus dem Sekt

Das Licht wird kalt

Es legt sich unsichtbarer Kreidestaub

Minutenlange Flüchtigkeit endet

Wir atmen schwer, doch drohend

hebt sich blanke Hand

verharrt – und

scheitert wieder im Versuch

sich sein Versagen zu erklären

C-Moll

•25. Februar 2015 • Schreibe einen Kommentar

An einem Tag vergaß er

Duft und Farbe ihrer Sprache

verlor den Trost des warmen Lichts,

säte statt dessen

Zweifel in die Furchen, verletzte,

brach Vertrauen um zu etwas Fremdem,

 

Es geht so leicht,

ein Fernglas umzudrehen,

was eben nah, ist plötzlich fern.

 

Das Zittern bleibt, er nimmt

den Lungenzug voll Bitterkeit.

 

Vielleicht, ja, vielleicht

liefern ihrer Tränen Ströme

Sediment für das Glück der späten Welt.

Pendler

•20. Januar 2015 • Schreibe einen Kommentar

Stumm treiben sie im Monat
Ein Licht saugt sich voll Schnee
Kein Bunt, kein Ohneernst
Die Straße stößt sie ab
Verdrossen nähert sich schon Stadt
Grauer Wald zerfließt im Spiegel
Erste Bürotürme schweigen hell

Nichts ist zu erwarten

Alles gleicht dem Gestern
Gestern glich dem Allem
Gleich ist wieder Gestern

Brennend

•2. November 2014 • Schreibe einen Kommentar

Wir rücken uns zurecht, zupfen
streichen Falten glatt und
wischen Staub aus grauen
Kratern alter Narben.

Hoch brennen wir noch auf
kleiner Flamme, glimmen
rot und schwer als alter
Wein mit dunkler Macht.

Wir lieben im Sturm

•2. November 2014 • Schreibe einen Kommentar

wir lieben im sturm
viel zu leiser laute,

hoffen,

harken mit rechen
der gedanken splitt

im schatten der mäuse
lauert
das streitbare wort

Verraucht

•2. November 2014 • Schreibe einen Kommentar

Heute fühle ich wieder.
Ihr Zorn – verebbt am Horizont,
wo weiße Knöchel waren.

Nun gilt es Tote zählen,
nach der Schlacht,
bilanzieren, resümieren,
neue, alte Fragen scheinen auf:

Was ist Liebe, was ist Hass?

Die Antwort flieht
im kalten Pulverdampf.